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Bausteine und Systeme

Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Weltall mit Nebelwolken. Von den Nebelwolken heben sich je zwei Gruppen von Dominosteinen ab. Die Punkte auf den Dominosteinen der zwei Gruppen unterscheiden sich in ihrer Form. So ähneln die einen der Pupille eines Katzenauges, während die anderen einen Konus formen.

Neben den Punkten auf den Dominosteinen sind auf dem Bild auch noch einige Punkte zu sehen, die im freien Raum schweben.

Die Dominosteine bilden starre Gruppen, aus denen aber einzelne Steine herausgelöst werden und in der linken unteren Ecke des Bildes wie in einem schwarzen Loch verschwinden.

Dargestellt ist ein Ausschnitt aus dem Norma-Arm, einem Teilbereich der Milchstraße. Der Norma-Arm  besteht aus verschiedenen Nebeln, unter anderem dem Katzenaugennebel und dem Konusnebel, hier dargestellt durch die zwei Gruppen von Dominosteinen.

Auf den ersten Blick finden sich auf den Dominosteinen wesentlich mehr Punkte, als üblicherweise darauf vorhanden sind. Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass die Punkte auf den Dominosteinen die erste binomische Formel ergeben. Die erste der binomischen Formeln ist eine grundlegende und relativ einfache mathematische Formel. Sie soll hier stellvertretend für das Thema des Bildes stehen:

Komplexe Systeme setzen sich aus einfachen, grundlegenden Bausteinen zusammen.

Dies ist eine Grundregel der Natur. Alles, angefangen vom kleinsten Atom bis hin zu großen komplexen Dingen, wie Planeten und ganzen Sonnensystemen, entspricht dieser Grundregel.

Die einzelnen Punkte, die im Nebel schweben, bilden wie Atome Bausteine, die durch die Zusammensetzung auf den Dominosteinen „Moleküle“ und letztendlich Systeme ergeben.

Moleküle entstehen durch eine chemische Reaktion zwischen Atomen. Ist die chemische Reaktion abgeschlossen, dann liegt ein Gleichgewichtszustand vor.

Dieser Gleichgewichtszustand ist im Bild dargestellt durch den Gegensatz zwischen Statik und Dynamik. Die  Nebel aus Dominosteinen wirken sehr starr und statisch. Die dynamische Komponente kommt durch das schwarze Loch im linken unteren Bildende herein.

Erst das Gleichgewicht der Kräfte ermöglicht die Existenz von Systemen. Ist dieses Gleichgewicht nicht mehr gegeben, dann können auch die Systeme nicht mehr bestehen.

Das Dominospiel stellt für mich einerseits ein Symbol für die Dauerhaftigkeit des Prinzips dar. Dies kommt durch das Alter des Spiels. Andererseits lässt sich über die Punkte auf den Dominosteinen auch die Allgemeingültigkeit des Prinzips verdeutlichen.

Über die Herkunft des Dominospiels ist relativ wenig bekannt. Sicher ist, dass es ursprünglich aus China kommt und wahrscheinlich von Marco Polo nach Europa gebracht worden ist.

Autor: Kristina Lessmann

Datum: 20.03.08

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