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  (Bild links: Meine Interpretation zu einer Micherangelo Zeichnung)

Ausstellungsbericht

zu der Michelangelo Ausstellung "Drawings, Closer to the Master"

in London 2006

Während meiner Aufenthalte in London 2006 hatte ich das Glück, eine besondere Michelangelo Ausstellung des "British Museum" besuchen zu koennen.

In einer großen Sandsteinhalle des British Museum standen viele kleine Vitrinen. Das Licht war schummerig, nur die kleinen Glaskästen mit den Zeichnungen Michelangelos waren hell erleuchtet.   Zu meiner Überraschung waren die Zeichnungen sehr klein (zwischen A5 und A4). Dargestellt waren darauf kleine Figuren in Rötel-Kreide und/oder Sepia Tusche auf Hardernpapieren (Papier aus alten Lumpen). Die sparsame Art, mit der Michelangelo die Zeichnungen platzierte, lag womöglich daran, dass die Kunstmaterialien damals sehr teuer waren. Es könnte aber auch möglich sein, dass er extrem geizig war, obwohl er das nötige Kleingeld hatte. Besonders interessant an den Skizzen war, dass man sehen konnte, wie er in einem Zeichenvorgang mehrere  Variationen eines Motivs auf einem Blatt anlegte. Fast wie bei einem Daumenkino versetze er Arme und Beine und korrigierte Perspektiven. Wenn er die Wirkung einer Figur überprüfen wollte, setzte er millimetergenau kleine Tuscheschraffierungen und erzielte dadurch eine ungeheuere Plastizität. Es gab aber auch Figuren, die sehr amateurhaft erschienen. Eine Besucherin neben mir meinte zu einer solchen Zeichnung in ihrem exzellenten Oxford English:" I could do that!" Dies zeigt, dass auch ein Genie immer wieder von vorne anfängt. Als Maler und Bildhauer kämpft man bei jeder Figur, jedem Bild einen erbitterten Kampf mit sich und den Materialien.

Im Ausgangsbereich der Halle war ein großer Monitor installiert, der  verschiedene Fresken von dem Meister zeigte. So konnte jeder Besucher zum Abschluß der Ausstellung an der großen Monitorwand die gesehenen und digitalisierten Vorzeichnungen per Mouse Click selber auf die Fresken setzen. Nun war ein direkter Vergleich zwischen Vorzeichnung und endgültigem Meisterwerk möglich.

Für mich war die Ausstellung besonders in zwei Punkten sehr beeindruckend. Zum einen, weil die Skizzen schon zu Michelanglos Lebenszeiten scheinbar sehr wertvoll waren, sonst hätte man sie nicht 500 Jahre lang aufgehoben (Meine Vorzeichnung wandern schon nach zwei Wochen ins Altpapier). Zum anderen, weil man das Gefühl hat, ihm beim Malen über die Schulter schauen zu können.

"Often in Art, the journey ist more important than the destination. "

Claudia Ghouri 14.11.2007

   

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