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Nomen est omen: Ölbild auf Leinwand 160 cm x
120 cm Jeans-Blau, schwarz, weiß, grau und rot. Von
weitem ein Chaos, das nur durch die beiden diagonalen Linien eingeteilt und
beruhigt wird. Das Bild wurde von mir in einer einzigen Nacht mit einer
einzigen Emotion gemalt. Ich wollte das Jetzt festhalten. Ich habe die Farbe
gesprüht, gepinselt, abgerieben und Salz verteilt. Nach der Aktion war
mein Atelier renovierungsbedürftig!!!
Mal erscheint das Bild wie eine verregnete
Einkaufstraße mit Menschenschatten, die an den Schaufenstern kleben. Dann
wieder zieht es den Betrachter ins Zentrum ohne einen bestimmten Raum
vorzugeben. An was erinnert es uns? Ist es nicht doch wie unser Leben:
aufgeteilt in Zeit "gestern, heute morgen" und Raum "oben unten,
hinten und vorn" ? Kurze lateinische Begriffe schweben wie Graffiti auf dem
Bild. Worte, die noch aus der Zeit des alten Roms stammen und so
prägnant sind, dass sie die wichtigen Punkte unseres Leben noch heute
präzise beschreiben koennen. So wie die Worte auf dem Bild knallen uns die
Werbesprüche der Medienwelt heute wie Patronen um die Ohren. Der ganze Tag
ist bestimmt von Nachrichten und Informationen. Doch was bleibt? Wie schnell
lösen sich die Worte auch wieder im Regen der Zeit auf? Manchmal dauert es
nur Sekunden und wir haben das "Eben" weggewischt. Doch wir müssen soviel
wegwischen, dass wir das "Jetzt" immer verpassen. Zuviel stürmt auf
den Menschen ein.
In dieser Nacht habe ich versucht, mein "Jetzt" mit
der roten Hand festzuhalten. Es war überraschenderweise nicht im
Zentrum, sondern im goldenen Schnittpunkt auf der Diagonalen nach rechts
oben. Zwischen "Modus vivendi" (der Art zu Leben) und pro domo (für das
Haus). Immer in der Waage zwischen dem, was ich tun möchte und tun soll.
Claudia Ghouri, 09.11.07
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