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Bildtitel:  Goldene Spirale 

Material: Öl, Gold und Kaffeesatz auf Leinwand, 90x70cm

In der Natur finden sich verschiedene Beispiele für eine goldene Spirale, sei es die Anordnung der Kerne einer Sonnenblume, die Anordnung der Blätter von Blumen oder der Aufbau eines Schneckenhauses.

In der Mathematik ist die Goldene Spirale ein Sonderfall der logarithmischen Spirale, die als Spezialität das Teilungsverhältnis des Goldenen Schnittes (1:1,618) als Steigung verwendet. "Eine logarithmische Spirale vergrößert mit jeder Umdrehung den Abstand von ihrem Mittelpunkt, dem Pol, um den gleichen Faktor. In umgekehrter Drehrichtung schlingt sich die Kurve mit abnehmendem Radius immer enger um den Pol.“ (Wikipedia).

Eine solche Spirale stellt auch diese Bild dar. Vor einem Hintergrund, der in feinen Abstufungen von Rot in ein helles Gelb bzw. von einem Orange ins Braune übergeht, entwickelt sich diese Spirale aus dem Goldenen Schnittpunkt des Bildes. Der goldene Schnitt ergibt sich hierbei aus den 4 größeren Farbflächen, die wiederum durch die kleineren gebildet werden. Die Farbflächen haben unterschiedliche Ausrichtungen, sei es ins Rote, ins Orange, ins fast weiße Gelb oder ins Braune.

Die unregelmäßig verteilten goldenen Kugeln heben das mathematische Prinzip noch einmal hervor und bilden gleichzeitig auch den Bruch im Bild. Hintergrund und Spirale sind Gegensatz und Einheit zugleich. Während der Hintergrund sich aus eckigen, regelmäßigen Farbelementen zusammensetzt und ein solides Gitter bildet, scheinen die Spirale und die Kugeln schwerelos in ihrer Rundheit zu entschweben. Nichtsdestotrotz oder vielleicht gerade deshalb vermittelt das Bild einen Eindruck von Harmonie.  Die Dreiecke aus Kaffeesatz bilden die Verbindung zwischen Spirale und Hintergrund. Sie bilden einerseits auch eine Spirale, passen sich aufgrund ihrer Form aber eher dem Hintergrund an.

Das vorliegende Bild symbolisiert für mich das Leben. Die goldene Spirale repräsentiert aufgrund ihrer Häufigkeit in der Natur hierbei die festen Prinzipien derselben und die feinen Farbabstimmungen im Hintergrund stellen die vielen Facetten des Lebens dar. Doch was ist mit den Gegensätzen im Leben? Die Beschreibung des Einen wäre ohne das Vorhandensein des Anderen nicht möglich. Eine Kugel wäre nicht rund, wenn es keine Würfel, Quader, etc. gäbe. Wir würden uns über die Form keine Gedanken machen, wenn wir ausschließlich runde Elemente kennen würden. Erst Gegensätze ermöglichen eine Wahrnehmung und Differenzierung. Auch sie stellen eine Vielfalt des Lebens dar. Die sich frei bewegenden Kugeln sollen noch auf einen weiteren Aspekt des Lebens hinweisen. Unser Leben wird von Vorgaben unterschiedlichster Art bestimmt. Um diese Vorgaben kommen wir vielleicht auch nicht herum. Dennoch gibt es Bereiche, die wir selbst gestalten können.

Autorin: Kristina Lessmann

Datum: 04.12.2007

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